Sonntag, 3. Juli 2016

Steampunk-Tetris und weitere steamige Basteleien

Es ist Zeit mir einzugestehen, ich bin der schlechteste Blogschreiber aller Zeiten. Dies hält mich aber nicht davon ab auch nach über einem Jahr und vielen Dingen die in dieser Zeit passiert sind, doch mal wieder etwas zu posten.

Auch in diesem Jahr war ich wieder auf der Maker Faire 2016 in Hannover und am YPS-Stand dort gab es das vorherige Heft ab Sonntag Mittag irgendwann für 2€. Dafür wanderte das sofort in meinen Rucksack, zugegebenermaßen hauptsächlich wegen des Pseudo-Tetris-Spiels, welches als Gimmick dabei war:



Außerdem habe ich vor kurzem drei NERF-Guns bestellt, welche ich gerne im Endzeit und Steampunkstyle umgestalten möchte in der nahen Zukunft. Da ich das aber noch nie gemacht habe, machte es in meinem Kopf Sinn das Ganze vorher mal zu üben.
Tja, ein Opfer war schnell gefunden, das arme Tetris-Spiel musste dran glauben und wurde kurzerhand auseinandergenommen. Hier noch ein Vorher Bild:


Um das ganze noch etwas steamiger zu machen habe ich nach dem anschleifen, noch einige Ornamente und Plastikhalbkugeln aufgeklebt und einige Fake-Kratzer hinzugefügt:


Dann wurde grundiert mit Chaos Black Sprühfarbe, die eigentlich für Tabletop-Figuren verwendet wird, aber für genau sowas großartig geeignet ist:


Dann habe ich gemalt und herumgeschmiert, als Farben kamen die hochpigmentierten Acrylfarben, die ebenfalls im Tabletop-Bereich verwendet werden, zum Einsatz. Mein Hände sahen danach auch bunt aus:


Nach dem Anmalen, habe ich noch einige zusätzliche Metallteile aufgeklebt, dann wurde lackiert und alles wieder zusammengebaut. Hier das (glücklicherweise auch immer noch funktionierende) Endergebnis:




Es war auf jedenfall sinnvoll, das ganze vor den NERF-Guns mal zu testen. Ich brauche definitiv noch ein paar mehr Farben, ein helles Silber und auch noch richtiges Gold z.B., da Gunsilver und Bronze noch etwas schöner, mit etwas helleren Highlights wirken würde, denke ich. Außerdem muss ich unbedingt nochmal das Trockenbürsten üben. Und das nächste Mal brauche ich mehr Licht, als meine funzelige Schreibtischlampe als einzige Lichtquelle.


Da ich in letzter Zeit noch ein paar andere kleinere Steampunkbasteleien gemacht habe, zeige ich dir auch gleich mal her.

Federhaarschmuck für den Aethercircus 2016 bei Stade, mangels eines Hütchens.
Leider kann ich gerade kein Bild getragen bieten, sondern nur an der Jacke, die ich dazu anhatte, aber das kann man sich ja sicherlich vorstellen:





Da mir letztens eine schlichte Holzhaarforke in die Hand fiel, die ich noch hier liegen hatte und eine neue Bestellung mit Monden und weiteren Zahnrädern ankam, hab ich spontan eine kleine Bastelei angefangen. Allerdings hatte ich das Bedürfnis, da auch gleich eine passende Halskette dazu zu besitzen. Beides wurde nun auch schon häufiger ausgeführt:




Das war es erstmal, dann bis zum nächsten Jahr oder auch mal eher. Wer weiß, vielleicht zeig ich ja auch mal die fertigen NERFs her. :)

Sonntag, 7. Juni 2015

Maker Faire Hannover 2015 - Meine Highlights

Nach langer Zeit raffe ich mich endlich mal wieder auf um zumindest ein kurzes Lebenszeichen von mir zugeben. Nein, dieser Blog ist noch lange nicht tot, er lag nur etwas länger als geplant im Winterschlaf! Und es ist auch nicht so, dass ich nicht genug Projekte zum vorstellen hätte, auch Fotos liegen schon bereit, es lag eher an der Schreibmotivation in den vergangenen Monaten.



Aber was wäre für einen frischen Motivationsschub besser geeignet, als der Besuch der Maker Faire. Natürlich stilecht mit dem 1959er Kleid, dass ich extra im letzten Jahr dafür genäht habe. Aber Roboter und Retro-Computerteile gehen auch einfach immer.

Dieses Jahr habe ich es geschafft am Samstag vorbeizuschauen, was ich doch schon als großen Vorteil erachte. Denn nicht alle vorgestellten Projekte sind immer für den starken Ausprobierdrang einiger Besucher geeignet, sodass im letzten Jahr doch so manches am Sonntag schon mehr oder weniger "kaputtgespielt" war. Ausserdem sind die Aussteller und Maker dann einfach noch "frischer" und dadurch oftmals auskunftsfreudiger.



Hier meine kleine Linkliste der Projekte und Firmen, die ich am spannendsten fand:

 

WEAR-LEDS ist zwar noch in der Prototypenphase, aber verspricht schon einiges. Wie der Name schon verrät, es geht um ein einfaches System um LEDs mit Kleidung zu verbinden. Da ist zwra nichts Neues, aber ein wirklich gutes System fehlt hier meiner Meinung noch.
Ihr wart schon immer neidisch auf Davis Hasselhoffs Blinkejacke, die er beim legendären Auftritt auf der Berliner Mauer trug, als er Looking for Freedom schmetterte? Macht euch eine doch selbst und als Bonus vielleicht sogar mit Farbwechsel!

Dass technologisches Spielzeug nicht immer mit viel Plastik umhüllt sein muss zeigt Vai Kai aus Berlin. Dieses Spielzeug mit Sinnen fördert ausserdem das Vorstellungsvermögen, und persönlich mag ich vor allem die Einfachheit des Designs sehr. Irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass es die perfekte Mischung aus einer Waldorf-Puppe (ohne eindeutig erkennbare Emotionen für den eigenen Interpretationsspielraum) und den technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit darstellt. Ab dem 9. Juni findet ihr das Projekt bei Kickstarter und bis dahin lege ich euch noch deren Blog ans Herz.

An Mr. Beam wäre ich sicherlich vorbeigelaufen, wenn mir der Name mit dem lustigen Logo nicht so sehr ins Auge gefallen wäre. Ein cooler kleiner portabler Laser Cutter, der natürlich auch gravieren kann und was am besten ist, sogar Open Source ist. Die Qualität sah schon sehr vielversprechend aus, würde man garnicht denken, wenn man den Herrn so betrachtet. Er wurde bereits vor einiger Zeit über Kickstarter gefundet, kann aber auch regulär von nicht-Fundern geordert werden. Aber Achtung, ein wenig Wartezeit müsst ihr dann dennoch mitbringen.

Kellys Finest kennen sicherlich schon einige, wenn auch nicht unbedingt den Namen, so waren doch einige der dort angebotenen Wortuhren schon häufiger auf anderen Blogs und in sozialen Medien zu bewundern. Was mir in diesem Jahr aber sofort dort am Stand ins Auge gestochen ist, war die Mini Wave, perfekt für Menschen mit wenig Platz, ausserdem mag ich kleine feine Dinge. Und besonders cool fand ich es, dass das Wortziffernblatt ebenfalls aus Platinenmaterial besteht. Kommt auf jedenfall auf meine mentale "irgendwann-wenn-ich-mal-Geld-über-habe-bestell-ich-es-mir-Liste".

Ein kleiner etwas unauffälliger Stand, bei dem ich beim ersten stöbern einfach vorbeigelaufen bin entpuppte sich später bei genauerem Hinsehen noch als ganz tolles Projekt. Und zwar der "personal robot heater" von Haser. Punktgenaues heizen auf eine Person getrackt durch eine Infrarotkamera. Eine super Idee, vor allem z.B. in kalten Werkstätten oder größeren Lagerhallen. Warum einen ganzen Raum heizen, wenn man eigentlich nur die betreffende Person warmhalten muss? Ein Projekt, dass ich sicherlich weiter beobachten werde.

Besonders schön fand ich dieses Jahr den Stand vom FabLab Bremen, das liegt zum einen daran, dass ich Bremerin bin, aber vor allem auch daran, dass ich ihn einfach schön aufgebaut fand, man vieles anfassen durfte, die Maker dort sofort gerne viel erzählt haben und wir den Stand auch nicht ohne Origami-Bastelbögen für kleine Boxen verlassen durften. (Ja, ich gebs zu, ich bin eben ein Origamifan...)

In grauer Vorzeit während meines Studiums, als es in Bremen noch keinen Hackerspace oder FabLab gab (oder ich vielleicht davon einfach noch nichts wußte), wollte ich unbedingt mal etwas mit Laserschnitt geschnitten haben. Tja, meine Recherche und viele E-Mails später hatte ich immer noch keine Firma dafür gefunden und irgendwann die Idee komplett verworfen. Gerade wenn es um Einzelstücke geht oder man eben mal etwas austesten möchte, oder der in einer lokalen Werkstatt vorhandene Lasecutter gerade den Geist aufgegeben hat, genau dafür gibt es jetzt Formulor. Auf richtig vielen verschiedenen Materialien kann man dort Online Laserschnitte und Gravuren ordern, auch eine Preiskalkulation gibt es direkt Online. Prädikat austestenswert, definitiv.

LRRY-1 von Lyle Rowell war vor allem für "Mad Max"- und Endzeit-Fans ein Highlight im Aussenbereich


So, das war es mit meiner kleinen Zusammenfassung, leider war ich zu faul meine Kamera mitzuschleppen, aber da waren auch genug andere Fotografen unterwegs. Das Bild von LRRY-1 ist übrigens ein Handyschnappschuss von meinem Freund.
Ich freue mich schon aufs nächste Jahr. Wer nicht solange warten möchte und ausserdem am ersten Oktoberwochenende noch nichts vor hat, kann in diesem Jahr auch noch zur neuen Maker Faire nach Berlin kommen.

So long and thanks for all the fish inspiration!

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Kommoden-Makeover mit einer Prise Star Wars

Ich brauchte unbedingt eine stabile Kommode, da später noch ein Regal darauf kommt und sie das aushalten muss. Also hab ich in einem Gebrauchtmöbelladen diese alte massive Eichenkommode erstanden für 50 Öcken. Mein Freund fiel fast vom Glauben ab, als er mir beim Abholen des "hübschen" Teiles helfen musste und konnte sich überhaupt nicht vorstellen, dass daraus mal etwas ansehnliches werden sollte:


Erstmal stand sie einige Zeit im Weg herum, passende weiße Farbe zu finden, war auch nicht so einfach, seit hier der nahegelegene Baumarkt abgebrannt ist. Dann hab ich angefangen den Lack von Hand anzuschleifen, mein Freund hat glücklicherweise der Rest abgeschliffen, als ich einmal Wochenenddienst hatte.
Das Problem war nur, dass mir die Knäufe so gar nicht gefielen, aber auch nicht was man an Knäufen kaufen konnte. Bis ich über die Star Wars Beton-Knauf Ideen von Paperblog und buzzfeed stolperte. Mein Freund gefielen die auch und er bestellte die Eiswürfel Silikonformen für mich und besorgte auch Zement im Baumarkt, sowie Buchschrauben, die wir als Befestigung nehmen wollten. Er hat sich ja ein etwas anderes Befestigungssystem ausgedacht und daher die Endkappen/Schäfte der Buchschrauben eingegossen, die Schrauben auf dem Foto halten sie oben, damit sie nicht im Beton versinken, sind aber herausdrehbar. Dadurch hatten die Betonköppe quasi ein Gewinde innen, sehr praktisch.


 Urprünglich dachte ich, ich lass sie einfach betonfarben, weil ich das ganz cool fand, jedoch sind sie so schön und gleichmäßig geworden, dass sie so doch so etwas langweilig aussahen. Also hab ich kurzerhand Acrylfarbe für Tabletopfiguren im Rollenspielladen besorgt und sie übermalt und lackiert mit Satin Varnish. Gemalt habe ich so, dass ich die Trooper erst weiß angepinselt habe, trocknen lassen und dann mit Bronze grob drübergemalt habe und mit einem Tuch darüber gewischt, sodass nur in den Vertiefungen Bronzefarbe zurückblieb. Ähnlich war es bei Darth Vader, nur dass ich dort erst mit Bronze komplett gemalt habe und dann mit Schwarz darüber bin. Dafür, dass ich vom Tabletopfiguren anmalen keinen blassen Schimmer habe und so etwas in der Art noch nie vorher ausprobiert, sind sie doch sehr ansehnlich geworden:


 Zurück zur Kommode, als es zwischenzeitlich sonnig war, wurde alles gestrichen, naja fast alles. Ich hab nur die quick'n'dirty Variante angewendet, innen ist der Schrank noch braun, weshalb es auch kein Nachher-Foto von innen gibt, das wird eh vollgerümpelt bis keine Fläche mehr zu sehen ist, so wie ich mich kenne. Egal hier das Endergebnis, die Zwischenschritte habe ich irgendwie mal wieder vergessen zu dokumentieren im Eifer:



 Als Abstandshalter, damit man auch gut zugreifen kann, kam ein Stück Metallrohr zum Einsatz, wie man hier sieht.

Und hier nochmal eine Gegenüberstellung mit Vorher und Nachher, das ist schon ein ganz schöner Unterschied. Ich überlege ob ich in die Mitte der Seitentüren noch etwas reinmalen oder -kleben sollte? Wobei ich es so schlicht auch sehr mag und ja auch noch ein Regal darüber kommt. Aber das kann ich ja auch spontan später noch ändern, wenn mich die Muse küssen sollte.


P.S.: Mein nächstes Projekt muss jetzt aber dringend etwas mit Star Trek zu tun haben, eigentlich ist nämlich mein Freund der große Star Wars Fan hier und ich bin eher mit Raumschiff Enterprise aufgewachsen, also mehr der Trekkie. Das muss also auch noch irgendwie in der Wohnung untergebracht werden. :)

Mittwoch, 16. Juli 2014

Schnittmuster von 1959 + 90er Jahre Stoff + Neonakzente = Maker Faire Kleid

Dieses Jahr fand bereits zum zweiten Mal die Maker Faire in Hannover statt. Eine Messe für alle Tüftler, Schrauber,  Erfinder und DIYer jedweden Alters. Ich bin so froh, dass es die mittlerweile  dank dem Heise Zeitschriften Verlages auch in Deutschland gibt, denn jahrelang hab ich immer wehmütig die Fotos von den Messen in den USA betrachtet und konnte dann zum Trost nur im Make Magazine blättern.
Da ich im letzten Jahr wegen eines Bandauftrittes dann nicht dabei sein konnte, habe ich mir dieses Jahr extra früh den Termin eingetragen, außerdem kam mir die Terminverlegung auf Anfang Juli extrem gelegen.

Da ich nur als Besucher da war, wollte ich aber trotzdem gerne etwas für Messe selber machen. Schließlich geht es genau darum. Da meine Arduino Kenntnisse aber nach wie vor quasi nicht vorhanden sind und meine Nähkenntnisse dafür um so besser, wagte ich mich an ein etwas anderes verrücktes Projekt, welches ich auch im Schwarz-Grünen Forum als WiP (Work in Progress) dokumentiert habe. Daher gibt es diesmal auch wieder viele Fotos von den ganzen Arbeitsschritten.

Alles fing damit an, dass ich von meiner Mutter vor einiger Zeit zwei alte Burdas von 1959 geschenkt bekommen habe, noch komplett vollständig mit Schnittmustern. Seitdem habe ich mir vorgenommen, daraus muss ich unbedingt einmal ein Kleid nachnähen. Das war doch eine schöne Herausforderung und ich entschied mich für ein einfaches Sommerkleid, das bei den "einfachen Waschkleidern" in der Juliausgabe zu finden war:


Mein Favourit


Die 50er liebe ich total vom Stil, aber das hätte alleine ja nichts mit einer Maker Faire zu tun. Da ich aber vor einiger Zeit einen Ballen eines seltsamen Computerteile-Roboter-Stoffes auf dem Flohmarkt erworben habe, der wahrscheinlich aus den 90ern stammt, war natürlich klar woraus das Kleid bestehen musste. Was passt besser als dieser Stoff? Auch wenn ich zugeben muss, schön ist was anderes, aber der ist trotzdem irgendwie verrückt und ausgefallen und definitiv nerdig. Außerdem muss ich irgendwie an Helferlein von Daniel Düsentrieb denken bei den Robotern:

Mit Wäscheklammer für den Größenvergleich.


Jetzt kommt der Punkt an dem ich gestehen muss, ja ich liebe Neonakzente. Ich bin in den 80ern geboren, aber meine Teenagerzeit war in den 90ern, das muss da irgendwie hängen geblieben sein. Außerdem hab ich ein paar heißgeliebte hochwertige Neon-Flipflops, also war klar, etwas Neon muss da auch noch irgendwie eingebaut werden. Da das Schnittmuster eine Verzierung mit Zackenlitze vorsah, hab ich dies einfach kurzerhand in Neonpaspel umgetauscht.
Außerdem wollte ich den Stoff noch mit einem schlichten grauen Stoff kombinieren, damit noch ein wenig Kontrast da ist. Also bin ich dann erstmal in meinem Lieblings-Stoffladen einkaufen gegangen, hier ein kleines Gruppenfoto meiner Materialien:

Neonpaspel rockt!
Dann ging es ans abpausen, nachdem ich das Schnittmuster selber erstmal plattbügeln und ewig nach dem richtigen Schnitt darauf suchen musste. Mein erster Versuch war mit Mülltüten, die kleben schön statisch am Papier und man kann einfach mit einem permanenten Marker drauf malen. Für ein Probeteil hat es gereicht, dann wurde aber schnell klar, der Schnitt muss angepasst werden:

Schnittmusterlinienkuddelmuddel


Damals waren die Burdaschnitte sowieso immer nur für eine Größe und laut den Maßen war es mir von vorneherein eine Nummer zu klein, also hatte ich das schon erwartet. Hinzu kommt, dass ich recht groß bin, vor allem im Vergleich zu damals, und so die Taille etwas tiefer sitzen muss meiner Logik nach.
Da mir das Gemale auf Mülltüten etwas zu anstregend war, hab ich das Schnittmuster deshalb ein zweites Mal durchgepaust, diesmal auf Architektenpapier, und dann versucht es anzupassen. Mehr Weite in die Brust, Taille etwas Tiefer und an den Seiten auch breiter:


Dafür, dass ich da keine Übung drinnen habe und auch nicht viel Ahnung vom Schnittändern und Vergrößern, klappte es bei diesem Schnitt erstaunlich gut. Auf ein weiteres Probeteil verzichtete ich, damit ich überhaupt noch rechtzeitig fertig würde. Und ich konnte dann endlich anfangen das obere Teil zuzuschneiden und zusammen zu nähen. Paspeln annähen war für mich auch eine Premiere, ich hatte aber Hilfe von einer Videoanleitung:




Nach dem Zusammennähen stellte ich fest, dass mir der Übergang unter dem Arm nicht gefiel, weshalb ich da die Nähte nochmal auftrennte und dort ebenfalls eine Paspel einsetzte (ab da hatte mich wohl die Paspelsucht):


Da die Anleitung für mich etwas kryptisch und zu unausführlich war, verschob ich das Versäumen von Armlöchern und Ausschnitt auf später und widmte mich erstmal dem Rockteil. Der ist im Prinzip nur ein langes in Falten gelegtes Rechteck, was eine elende Geduldsarbeit war, zumal ich die Falten dann auch von Hand einmal mit Nadel und Faden fixierte, weil es mir sicherer erschien:

Mehr Anleitung gab es nicht

Falten, Falten. Falten
Dann wurde der Rockteil hinten bis auf 20cm geschlossen, da dort noch der Reißverschluss rein sollte, und an das Oberteil genäht. Am Oberteil hatte ich die Taillenhöhe zwischenzeitlich noch etwas gekürzt, weil ich beim Schnittmuster ändern doch etwas zuviel zugegeben hatte. Dann kam das Schlimmste, DAS wovor ich die ganze Zeit schon echt Bammel hatte. Einen nahtverdeckten Reißverschluss einzunähen. Ich habe nur einen normalen Nähmaschinenfuss, keinen speziellen für solche Reißverschlüsse. Und ausser an einem einfachen Rock mit vieleHilfe und vor allem schon Jahre her, hatte ich das noch nie gemacht. Glücklicherweise fand ich bei Sew'n'Sushi eine tolle Anleitung dafür. Aber da ich es in einem Rutsch machte und Angst hatte zwischendurch zu stoppen, gibt es keine Beweis-Fotos davon, aber eine erste Anprobe danach:

Noch ungebüglt, aber man sieht, die Stoffe passen oben zusammen, YEAH!
Danach ging es an das Versäubern aller offenen Kanten, das war hauptsächlich ätzend aber nicht mehr so nervenbelastend wie der Reißverschluss. Der Rockrand bekam noch ein Neonsatinband und der Halsausschnitt eine Neonpaspel. Die Ärmel wurden mit einem Schrägstreifen des Computerstoffes verstürzt, wie in der Anleitung vorgesehen. Sollte ich den Schnitt allerdings nochmal nähen, würde ich es eher komplett füttern, da dieser Schrägstreifen und der Halsbeleg zu leicht rausklappen können. Ich hab es schon innen von Hand an allen möglichen Stellen unsichtbar fixiert, das reicht aber leider noch nicht. Erste Anprobe mit dem fertigen Kleid und erstmal einem schlichten weißen Ledergürtel.

Erste richtige Anprobe
Da ich zwischendurch immer mal wieder eine Pause vom Kleid brauchte oder es schlichtweg zu spät zum Nähen war, habe ich dann an den Accessoires gebastelt. Die kommen jetzt einmal gesammelt, auch wenn nicht chronologisch.

Natürlich brauchte ich passenden Schmuck, genug Schmuckteile zum verbasteln hatte ich noch zuhause, u.a. kleine Roboter und noch viel von den SciFi-Orden, die ich letztes Jahr gemacht hatte.
Also wurde erstmal probehalber gelegt bis ich zufrieden war, dann hab ich mit dem Dremel in die Flügel Löcher gebohrt für die Ketten-Aufhängung und alle silbernen Teile noch mit Satin-Varnish lackiert, damit sie nicht so unnatürlich glänzen. Später wurde schlussendlich alles mit 2-Komponentenkleber geklebt, was geklebt werden musste und die Ketten daran befestigt. Weil ich sowieso am kleben war, hab ich gleich noch mehr gemacht, als ich eigentlich brauchte, z.B. der Saturnanhänger.

Testweise gelegt

Einmal satinieren bitte!

Die fertige Kette

Haarpin, Brosche und Saturn-Kettenanhänger
Ausserdem brauchte ich noch eine Tasche, die ich extra während des Kleidnähens anfing, damit sie noch rechtzeitig fertig wird. Es handelt sich in der Grundidee um die Greteliestasche, ich habe jedoch ein eigenes Schnittmuster von der Größe her erstellt  und mich bei den Falten an dieser Tasche orientiert. Natürlich durfte auch hier keine Neonpaspel fehlen und einen Verschluss brauchte ich auch, da bin ich paranoid:



Inspiriert vom Taschengurt habe ich dann noch einen einfachen Gürtel gewerkelt. Da ich auf Ösen einschlagen keine große Lust hatte und einen etwas ungewöhnlichen Verschluss noch hier hatte, wurde da gnadenlos improvisiert. Ausserdem hab ich eine abgebrochene Haarforke noch im Dip-Dye Stil mit Neonacrylfarbe bemalt, nachdem ich sie an der Bruchstelle abgeschliffen habe.



So, das war es mit dem ganzen Gebastel und Genähe und jetzt gibt es endlich Bilder mit dem Endprodukt zum anschauen. Von der Maker Faire selber gibt es nur Handyschnappschüsse, daher habe ich heute nochmal versucht zuhause welche zu machen. Leider hatte ich für die Maker Faire auch nur einen sehr wuscheligen Rock als Petticoatersatz, gestern kam endlich mein richtiger Petticoat an, den ich günstig gebraucht erstanden habe. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

Im Maker Faire Aussenbereich

Haarforke und Haarpin in Aktion

Und dann einmal noch fix heute zuhause fotografiert mit Petticoat *bausch* *bausch*, dafür gänzlich ohne MakeUp (aber da bin ich eh eine Niete). Leider hatte ich zwischendurch Kameraprobleme, aber ich denke man kann das Kleid trotzdem gut erkennen:

Einmal in der Wohnung...

...einmal auf dem sonnigen Balkon
So, das war es dann mit diesem sehr bilderlastigen langen Post. Mir hat es einen Riesen-Spaß gemacht so auf der Maker Faire herumzulaufen. Auch wenn kaum jemandem aufgefallen ist, was da eigentlich auf dem Kleid zu sehen war, habe ich doch ein paar Komplimente bekommen. Und das Kleid wird ja auch ohne Maker Faire weiter ausgeführt werden, solange es das Wetter zulässt.

Und als kleiner Zusatz hier eine kleine Linkliste von Ideen und Sachen, die mich auf der Maker Faire besonders begeistert haben:

Shellmo - eine Open-Source Plattform für Roboter-Haustiere zum selber bauen mit Arduino und 3D-Drucker

AYAB - Hacking von Brother Strickmaschinen

Robotiklabor - DER deutsche Roboter-Podcast für alle Selberbauer

IFIXIT - Kostenlose Reparaturanleitungen für fast alles (hat mich vor einigen Jahren schonmal echt gerettet!)

Die musikalischen Tesla-Spulen (Video auf YT)